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Maiswurzelbohrer

Maiswurzelbohrer © A10
Maiswurzelbohrer
© A10
 

Verbreitung des Maiswurzelbohrers
Gesetzliche Regelungen und Maßnahmen der Behörden

Der Maiswurzelbohrer (MWB) ist in Nordamerika seit Jahrzehnten weit verbreitet und vor allem im intensiv für den Maisanbau genutzten Mittleren Westen („corn belt") ein gefürchteter Schädling und wird auf Grund der verursachten Schäden als ‘billion dollar beetle‘ bezeichnet.

Der Maiswurzelbohrer gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae).

Seit 1999 werden Pheromonfallen zur Feststellung der Verschleppung des Schädlings nach Österreich aufgestellt.
Die im Jahr 2004 erlassene und mehrmals geänderte Steiermärkische Maiswurzelbohrer- verordnung (LGBl.Nr. 11/2004, zuletzt in der Fassung LGBl.Nr. 25/2012) wurde im März 2015 durch die Externe Verknüpfung Stmk. Maiswurzelbohrerverordnung 2015, LGBl.Nr. 22/2015 ersetzt.

 

Verbreitung des Maiswurzelbohrers

Natürliche Ausbreitung und Verschleppung
Die Verbreitung des MWB kann über die natürliche Ausbreitung durch den aktiven Flug des Käfers und die passive Verschleppung durch Transportmittel erfolgen. Die Käfer breiten sich durch aktiven Flug aus, wobei sie in Einzelflügen bis zu 20 km zurücklegen können. Werden keine Eingrenzungsmaßnahmen durchgeführt, kann die Ausbreitung der Diabrotica-Population, vor allem in Gebieten mit intensivem Maisanbau, pro Jahr 60 bis 80 km betragen. Da in diesen Gebieten von den Käfern vermehrt Distanzflüge unternommen werden, sind auch Ausbreitungsraten bis zu 100 km pro Jahr möglich. Die Ausbreitung kann daher nur in großen Regionen ohne Maisanbau zum Stillstand kommen. Die natürliche Ausbreitung lässt sich in Europa nicht mehr aufhalten, jedoch durch entsprechende Eingrenzungsmaßnahmen deutlich verzögern.
Die Verschleppung (z.T. Kontinent übergreifend) kann über verschiedene Transportmittel erfolgen: Flugzeug, Bahn, Binnenschifffahrt, LKW-Verkehr und Tourismus. Sehr häufig traten erste Funde des Maiswurzelbohrers in der Nähe von Flughäfen auf, was Flugzeuge als wichtige Transportmittel der Verschleppung bestätigt. Das bedeutet auch, dass sich der Käfer nicht nur auf natürlichem Wege in Europa verbreitet, sondern jederzeit auch erneut aus Nordamerika eingeschleppt werden kann.

MWB-Verbreitung in Europa
In Europa wurde der MWB zum ersten Mal 1992 in der Umgebung von Belgrad festgestellt. Wahrscheinlich wurde er durch den Flugverkehr nach Serbien eingeschleppt. In den folgenden Jahren breitete sich der Maiswurzelbohrer auf natürlichem Wege am Balkan und in den benachbarten Regionen aus.

MWB-Verbreitung in Österreich
In Österreich wurden die ersten Maiswurzelbohrer im Sommer 2002 nahe der slowakischen Grenze gefangen und in der Steiermark im Rahmen des amtlichen Monitoring im Jahr 2003 festgestellt. Seither hat sich der Käfer kontinuierlich weiter nach Westen und Nordwesten ausgebreitet und in den wichtigen Maisanbaugebieten in Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und Tirol großteils etabliert. Derzeit sind lediglich die Bundesländer Salzburg und Vorarlberg noch befallsfrei. Informationen über die Fangzahlen in Österreich können auf der Externe Verknüpfung AGES Homepage abgerufen werden.

MWB-Verbreitung in der Steiermark
Auf Grundlage der Maiswurzelbohrerverordnung wird von der Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft seit dem Jahr 2004 das Auftretens und die Verbreitung des Maiswurzelbohrers in der Steiermark beobachtet. An ausgewählten Standorten wird dazu von Ende Juni bis Ende September (KW 26 bis KW 39) mittels Pheromonfallen vom Typ Csalamon PAL mit einem Sexuallockstoff für männliche Maiswurzelbohrer das Auftreten des Maiswurzelbohrers überwacht. Die Fallen werden wöchentlich ausgewertet und die Fangergebnisse auch der AGES sowie der Landwirtschaftskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark übermittelt.
Auf Grund der seit 2004 verpflichtenden Eindämmungsmaßnahmen verzögerte sich die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers in der Steiermark verbunden mit einer langsameren Erweiterung der etablierten Gebiete. Im Externe Verknüpfung Digitalen Atlas Steiermark können die Monitoringstandorte der Jahre 2004 - 2014 abgefragt werden.

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Gesetzliche Regelungen und Maßnahmen der Behörden

Europäische Ebene
Aus den von den Mitgliedstaaten vorgelegten Informationen geht hervor, dass sich der Organismus Diabrotica virgifera virgifera Le Conte bereits in einem großen Teil des Hoheitsgebiets der Europäischen Union ausgebreitet hat und dort angesiedelt ist.
Eine von der Europäischen Kommission durchgeführte Folgenabschätzung hat ergeben, dass weder Tilgungsmaßnahmen noch Maßnahmen zur wirksamen Prävention einer weiteren Ausbreitung möglich sind. Es bestehen ferner wirksame, nachhaltige Bekämpfungsmaßnahmen, mit denen die Auswirkungen des Organismus auf die Maiserträge eingedämmt werden können, insbesondere die Fruchtfolge. Der Maiswurzelbohrer wurde daher 2014 aus der Liste der Quarantäneschaderreger gestrichen.
Mit der Empfehlung der Kommission vom 6. Februar 2014 über Maßnahmen zur Bekämpfung von Diabrotica virgifera virgifera Le Conte in Gebieten der Union, in denen er nachgewiesen wurde (2014/63/EU), werden die Mitgliedstaaten aber aufgefordert, auch nach der Streichung des MWB aus der Liste der Quarantäneschadorganismen und der Aufhebung der Entscheidung 2003/766/EG eine wirksame und nachhaltige Bekämpfung des MWB anzustreben.
Im Zusammenhang mit dieser Empfehlung bedeutet „Bekämpfung" die Eindämmung der Populationsdichte des Schädlings auf ein Niveau, das keine erheblichen wirtschaftlichen Verluste zur Folge hat mit dem Ziel, eine wirtschaftlich nachhaltige Maiserzeugung sicherzustellen.
Nach den allgemeinen Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes zur Eindämmung des Maiswurzelbohrers sollte bei der Bekämpfung nachhaltigen biologischen, physikalischen und anderen nichtchemischen Methoden der Vorzug vor chemischen Methoden gegeben werden, wenn sich mit ihnen eine zufriedenstellende Bekämpfung von Schädlingen erzielen lässt. Die beruflichen Verwender sollten den Maiswurzelbohrer insbesondere durch Fruchtfolge wegen ihrer hohen Wirksamkeit bei der Bekämpfung sowie ihrer ökologischen und längerfristigen agronomischen Vorteile und durch die Verwendung biologischer Pflanzenschutzmittel bekämpfen. Die Überwachung des Maiswurzelbohrers soll helfen festzustellen, ob und wann Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Stmk. Maiswurzelbohrerverordnung 2015
Mit der Maiswurzelbohrerverordnung, LGBl.Nr. 11/2004 wurden die sich aus der Richtlinie 2000/29/EG des Rates und der Entscheidung der Kommission 2003/766/EG ergebenden Verpflichtungen zur Verhütung und Bekämpfung des Schadorganismus Maiswurzelbohrer landesrechtlich umgesetzt. Diese Verordnung wurde mehrmals geändert und mit der Novelle LGBl.Nr. 32/2012 zur weiteren Verringerung des Einsatzes von neonicotinoid gebeiztem Maissaatgut letztmalig angepasst. Im März 2015 wurde diese Verordnung durch die neu gefasste Externe Verknüpfung Stmk. Maiswurzelbohrerverordnung 2015, LGBl.Nr. 22/2015 ersetzt.

Die wichtigsten Regelungen:
• Überwachung des Auftretens und der Verbreitung des MWB durch die Landesregierung
• Im Maßnahmengebiet I (bisheriges etabliertes Gebiet, siehe Stmk. Maiswurzelbohrerverordnung 2015) ist die Fruchtfolge wie folgt zu gestalten:
1. Bis einschließlich 2016 darf Mais auf einer Ackerfläche in vier aufeinander folgenden Jahren höchstens dreimal angebaut werden. Für die Beurteilung dieser Fruchtfolge sind die ab dem Jahr 2012 angebauten Kulturen zu berücksichtigen. Davon ausgenommen ist die Saatmaisproduktion.
2. Ab 2017 darf Mais auf einer Ackerfläche höchstens zweimal in Folge angebaut werden. Für die Beurteilung dieser Fruchtfolge sind die ab dem Jahr 2015 angebauten Kulturen zu berücksichtigen. Davon ausgenommen ist die Saatmaisproduktion.
• Im Maßnahmengebiet II (nicht im Maßnahmengebiet I erfasste Bezirke, politischen Gemeinden und Katastralgemeinden) ist die Fruchtfolge wie folgt zu gestalten:
Ab 2017 darf Mais auf einer Ackerfläche höchstens zweimal in Folge angebaut werden. Für die Beurteilung dieser Fruchtfolge sind die ab dem Jahr 2015 angebauten Kulturen zu berücksichtigen. Davon ausgenommen ist die Saatmaisproduktion.
• Von allen Ackerflächen eines Betriebes sind die angebauten Kulturen und beim Anbau von Mais zusätzlich das verwendete Maissaatgut einschließlich allfälliger Saatgutbehandlung mit insektiziden Beizmitteln sowie die verwendeten Pflanzenschutzmittel gegen den Maiswurzelbohrer aufzuzeichnen. Die Aufzeichnungen sind mindestens vier Jahre aufzubewahren.

Weitere Informationen zum Maiswurzelbohrer finden Sie unter:
Externe Verknüpfung Julius Kühn-Institut

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