Navigation und Service

[Alt + 0] - Zur Startseite[Alt + 1] - Zur Suche[Alt + 2] - Zur Hauptnavigation[Alt + 3] - Zur Subnavigation[Alt + 4] - Zum Inhalt[Alt + 5] - Kontakt
Sie sind hier: 

Waldbodenzustand

Waldböden unterscheiden sich in vielen Eigenschaften von den unter landwirtschaftlicher Nutzung stehenden Böden.

Obwohl Waldböden der natürlichen Entwicklung näher stehen, haben auch sie tiefgreifende Veränderungen und Belastungen durch historische Landnutzungsformen (Streunutzung, Schneitelung, Beweidung, Brandkultur, Entwaldung und Wiederaufforstung mit Ersatzbaumarten etc.) und in den vergangenen Jahrzehnten auch durch erhöhte Schadstoffeinträge erfahren.

Im Laufe der langen forstwirtschaftlichen Nutzungszeiten beeinflusst die Waldvegetation die Bodendynamik und den Bodenzustand insbesondere durch die Ausprägung eines typischen Bestandesklimas und die Wirkung eines bio-geo-chemischen Nährstoffkreislaufs. Mehr als bei anderen Kulturgattungen ist der Waldboden somit funktioneller Bestandteil des Ökosystems und muss mit diesem gemeinsam beurteilt werden.

Die von menschlichen Einwirkungen unabhängigen Faktoren wie Klima, Gestein, Relief und weitgehend auch der Boden prägen die primäre potenzielle Standortqualität. Ihr entspricht die „potenzielle natürliche Waldgesellschaft". Dies ist jene Waldgesellschaft, die sich ohne menschlichen Einfluss auf einem Standort langfristig entwickeln würde. Dem gegenüber steht die temporäre Zustandsform des Standorts; sie umfasst die variablen Komponenten wie Humusform, Bodenstruktur und verfügbare Nährstoffe.

Die aktuelle Vegetation ist dabei sowohl Faktor als auch Indikator. Jedem Standort ist eine bestimmte Elastizität, eine Bandbreite möglicher reversibler Zustandsformen eigen. Wird diese standortstypische ökologische Schwelle überschritten, kommt es zur Degradation. Je nach Größe dieser Amplitude gibt es daher „stabile" und „labile" Böden (Standorte). Auf Grund des komplexen Zusammenwirkens vieler Parameter, ist die Grenze oft schwierig zu ziehen. Das Ausmaß der Abweichung des Ist-Zustandes vom Potenzial ist ein essentielles Bewertungskriterium der Waldbodenzustandsdiagnose.
So ist am Ist-Zustand des Waldbodens (im Zusammenhang mit der Bodenvegetation) auch relativ genau feststellbar, wie sich der vorliegende Bodentyp aus einem früheren Boden entwickelt hat und in welche Richtung er sich weiterentwickeln wird. Sehr gut fassbar ist das bei menschlicher Beeinflussung: Durch anthropogen erhöhte Nadelholzanteile entwickeln sich Böden in Richtung saureres Milieu - das Fortschreiten ist dabei abhängig vom Basengehalt des Bodens.

Vom Bundesamt für Wald Externe Verknüpfung (www.bfw.ac.at) werden Zustandserhebungen der Waldböden für ganz Österreich mithilfe einer Rastererhebung durchgeführt (Externe Verknüpfung Waldbodenzustandserhebung und BioSoil).

 

 
  • socialbuttonssocialbuttons
    socialbuttons