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Forschung zur Pöllauer Hirschbirne

Wertschöpfung aus einer alten Streuobstsorte

Als Grundlage für den angestrebten Herkunftsschutz beauftragte die GRM GenussRegionen Marketing GmbH in einer pilothaften Studie das Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung (OIKOS) in Gleisdorf. Viele „Gerüchte" rund um die Hirschbirne konnten von den Pomologen aus dem Gleisdorfer Forschungsinstitut nun gründlich zurechtgerückt werden.

Studie bringt wahre Überraschungen

Hirschbirnen Baum© OIKOS

So zeigte die Untersuchung der Bäume etwa, dass diese 16 Meter (im Mittel 10,6) hoch werden, was für Obstbäume eine beachtliche Größe ist. Das dickste Exemplar erreicht dabei einen Umfang von 4 Metern, der älteste nachweislich datierte lebende Baum ist 124 Jahre alt. Für die mächtigsten Exemplare wurde jedoch rechnerisch ein Alter von 182-207 Jahre ermittelt. In einem Vollerntejahr werden im Mittel 592 kg von einem Baum geerntet (meist nur jedes 2. Jahr). Besonders ergiebige Einzelernten können sogar bis zu 1.500 kg/Jahr erbringen. Ein nennenswerter Ertrag setzt im Mittel mit 12,5 Jahren ein.

Hirschbirnen Verkauf© OIKOS

Fast sensationell ist die Tatsache, dass von den Forschern gezeigt werden konnte, dass die Hirschbirne nicht von unserer Wildbirne, sondern von der seltenen „Schneebirne" (Pyrus nivalis) abstammt. Dies wurde von den Gleisdorfer Pomologen aufgrund von mehreren Merkmalen belegt und mittlerweile auch durch genetische Untersuchungen an der Universität in Laibach bestätigt. „Da es sich zeigte, dass die Hirschbirne besonders unempfindlich gegen Feuerbrand ist, könnte hier ein großes züchterisches Potential für die Zukunft des gesamten Birnenanbaues liegen" (Mag. Alois Wilfling).

Geheimnisse der Frucht

Hirschbirnen Merkmale© OIKOS

Für die Untersuchungen wurden die Merkmale von 4.000 Birnen in einer Datenbank erfasst und ausgewertet. Diese wurden gewogen, vermessen und für einzelne Früchte bis zu 93 sogenannte Deskriptoren (Merkmale) erfasst. Spezialisten können die Hirschbirne anhand von Berostung, Deckfarbe, Grundfarbe, aber auch Form der Kerne, Saftgehalt u.a.m. von ähnlichen Sorten unterscheiden.

Erstmals wurden von der Pöllauer Hirschbirne auch chemischen Vollanalysen der Inhaltsstoffe durchgeführt. Diese ergaben, dass die Hirschbirne aufgrund ihres hohen Polyphenolanteils (Gerbstoffe) vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs wirkt. Zudem kann der hohe Ballaststoffanteil der Hirschbirne (entspricht dem von Weizen-Vollkornmehl) die Reduktion und Vermeidung vieler Zivilisationskrankeiten wie Obstipation (Verstopfung), Hämorrhoiden, Arteriosklerose u.a.m. vermeiden helfen. Hirschbirnen enthalten 5x mehr Ballaststoffe als Tafelbirnen.

Kontakt

OIKOS - Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung
Hartbergerstrasse 40/12, 8200 Gleisdorf
oikos@utanet.at
+43 (0)676 544 8824

Projektleitung: Mag. Alois Wilfling
alois.wilfling@utanet.at

 

Weitere Infos

  • Steckbrief Pöllauer Hirschbirne
  • Die Pöllauer Hirschbirne
  • EU-Herkunftsschutz für die Pöllauer Hirschbirne
Dürrehilfe – Trockenheit 2026 
© LFD
Informationen zur Förderung aus der LE 23-27
© Abt10

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