Öffnet Startseite: Agrarserver Steiermark

Xylella fastidiosa - Feuerbakterium

Xylella fastidiosa (Xf) ist ein Bakterium, das bei Befall die Leitbündel (das Xylem) von Pflanzen besiedelt und den Transport von Wasser und Nährstoffen in der Pflanze blockiert.
Daraus ergeben sich typische Symptome wie Blattrandnekrosen und Welkeerscheinungen bis hin zum Absterben.
Die Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xf sind im Durchführungsbeschluss (EU) 2015/789, zuletzt geändert durch (EU) 2017/2352, geregelt.

 

Daraus ergeben sich insbesondere folgende Verpflichtungen:

Meldepflicht bei Verdacht

Jede Person ist verpflichtet, den Verdacht des Auftretens von Xf an den Amtlichen Pflanzenschutzdienst (APSD) zur Abklärung zu melden. Bei Bestätigung des Verdachts setzt der APSD die erforderlichen Maßnahmen. Darüber hinaus wird vom APSD ein Monitoring durchgeführt.

                                                                                                                        nach oben

Pflanzenpasspflicht

"Wirtspflanzen“ brauchen beim Verbringen innerhalb der Union einen Pflanzenpass.
"Wirtspflanzen“ sind zum Anpflanzen bestimmte Pflanzen, ausgenommen Saatgut, folgender
Gattungen und Arten (Stand 28.07.2017):

Externe Verknüpfung Passpflichtige Wirtspflanzen

Diese Liste kann seitens der Kommission ergänzt werden und ist auf der Homepage der Kommission in der jeweils aktuellen Fassung abrufbar:

Externe Verknüpfung Aktuelle Wirtspflanzenliste 

 

Registrierung und Autorisierung


Für die Ausstellung von Pflanzenpässen sind die Registrierung im Amtlichen Verzeichnis und die Autorisierung zum Ausstellen von Pflanzenpässen notwendig. Die Registrierung und die Autorisierung sind beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst zu beantragen. Im Falle einer bestehenden Registrierung bzw. Autorisierung ist eine Erweiterung um die entsprechende Pflanzenart zu beantragen.


Ausnahme von der Pflanzenpasspflicht


Keine Pflanzenpasspflicht besteht, wenn „Wirtpflanzen“ ausschließlich an den Endverbraucher abgegeben werden. 

                                                                                                                       nach oben 

Aufzeichnungs- und Informationspflichten der Betriebe

Abgegrenzte Gebiete
Beim Nachweis von mit Xf befallenen Pflanzen ist vom APSD ein abgegrenztes Gebiet festzulegen. Derzeit gibt es in Europa abgegrenzte Gebiete auf Korsika und in Provence-Alpes-Côte d'Azur (Frankreich), in Apulien (Italien) sowie in Sachsen und Thüringen (Deutschland).

Das Verbringen von "spezifizierten Pflanzen" aus abgegrenzten Gebieten ist verboten!


Unter strikter Einhaltung genau festgelegter Produktionsbedingungen ist das Verbringen dieser spezifizierten Pflanzen aus abgegrenzten Gebieten mit Pflanzenpass jedoch möglich.
Link zu den Listen der Externe Verknüpfung "spezifizierten Pflanzen" und den abgegrenzten Gebiete


Zukauf von und Handel mit spezifizierten Pflanzen
Beim Zukauf von und beim Handel mit spezifizierten Pflanzen, die zumindest eine Zeit lang in abgegrenzten Gebiet angebaut waren, sind dem APSD für jede gelieferte oder empfangene Partie dieser Pflanzen folgende Angaben unverzüglich bekannt zu geben:

 Ursprung, Absender, Empfänger, Bestimmungsort, Seriennummer/Woche/Nummer der Partie im Pflanzenpass, Identität sowie Menge der betreffenden Partie.

Aufzeichnungspflichten - Rückverfolgbarkeit

  • Betriebe, die spezifizierte Pflanzen liefern oder erhalten, die zumindest eine Zeit lang in einem abgegrenzten Gebiet angebaut waren, müssen Aufzeichnungen über jede gelieferte oder erhaltene Partie und den Empfänger oder Lieferanten führen, und diese 3 Jahre aufbewahren.
  • Diese Aufzeichnungsverpflichtungen gelten auch für die Lieferung von zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen der Gattung Coffea sowie der Arten Lavandula dentata, Nerium oleander, Olea europaea, Polygala myrtifolia und Prunus dulcis innerhalb der Union, die nie in einem abgegrenzten Gebiet angebaut waren.
    Diese Pflanzen müssen vor der Verbringung zusätzlich auf Xf-Befall getestet worden sein!

Empfehlung
Es wird empfohlen, beim Zukauf von "Wirtspflanzen“ bzw. von "spezifizierten Pflanzen" von den liefernden Betrieben genaue Information über die Herkunft der Pflanzen einzufordern.

                                                                                                                       nach oben 

Import von spezifizierten Pflanzen aus Drittländern

Die Einfuhr von Pflanzgut der Gattung Coffea, ausgenommen Saatgut, mit Ursprung in Costa Rica oder Honduras ist verboten.

 Für den Import von spezifizierten Pflanzen ist eine Importregistrierung beim APSD zu beantragen, weitere Informationen können dem Durchführungsbeschluss EU 2015/789 entnommen werden.

  nach oben 

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).