Landwirtschaft

Kirschessigfliege

Größenvergleich weiblicher und männlicher Kirschessigfliegen © A10, J. Blaha
Größenvergleich weiblicher und männlicher Kirschessigfliegen
© A10, J. Blaha

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist eine Taufliege (Drosophilidae), die in Asien heimisch ist. Über den Transport befallener Früchte wurde sie vermutlich nach Nordamerika und Europa eingeschleppt, wo sich der invasive Schädling zunehmend ausbreitet.
In Europa wurde der Schädling erstmals 2008 in Spanien festgestellt, betroffen waren vor allem die Mittelmeerregionen Frankreichs, Spaniens und Italiens.
Seit 2011 ist das Auftreten der Kirschessigfliege in Österreich bekannt. Beginnend in den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Tirol bei den Kulturen Himbeere, Holunder und Kiwi kann nach mehrjähriger bundesweiter Beobachtung mittels Essigfallen von einer flächendeckenden Verbreitung in Österreich ausgegangen werden.
Die Kirschessigfliege ist ein polyphager Schadorganismus, der alle weichschaligen Obstarten befallen kann. Bisher ist ein Auftreten an folgenden Wild- und Kulturobstarten bekannt: Kirsche, Erdbeere, Brombeere, Himbeere, Stachelbeere, Johannisbeere, Heidelbeere, Pflaume, Pfirsich, Nektarine, Marille, Sharonfrucht (Persimonen), Feige, winterharte Kiwi, Hartriegel, Holunderbeeren, Tafel- und Weintraube. Äpfel und Nashi-Birnen werden durch die Kirschessigfliege nur befallen, wenn die Schale bereits geschädigt wurde.
Durch das breite Nahrungsspektrum, die rasche Verbreitung und die starke Vermehrung stellt die Kirschessigfliege eine große Bedrohung für den heimischen Obst- und Weinbau und viele Kleingartenbesitzer dar.
Weitere Informationen zu Erkennungsmerkmalen, Biologie, Bekämpfung uvm. unter:

Externe Verknüpfung AGES
Externe Verknüpfung AGROSCOPE
Externe Verknüpfung Julius Kühn-Institut

Für die Überwachung der Kirschessigfliege bzw. die Beurteilung des Befalls in Kulturen ist das Aufhängen von Essigfallen ratsam (Anleitung dazu siehe Externe Verknüpfung AGES).
Rezept der Fangflüssigkeit: 700 ml Apfelessig, 250 ml Rotwein, 20 g Rohrzucker.
Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass für die Kirschessigfliege die Frucht attraktiver ist als die Fangflüssigkeit. Die Früchte sollten daher auch unbedingt auf Eiablagen und Larven überprüft werden. Leere Fallen sind kein Garant für die Abwesenheit der Kirschessigfliege!

Aktuelle Informationen über die Kirschessigfliege finden Sie in den Haidegger Perspektiven und den Veröffentlichungen (Kulturschutz, Veranstaltungen) der Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg.

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